Mittwoch, 12. September 2012
Vielfalt vs. Monopol
In der Schweiz finden jährlich an die 30 Filmveranstaltungen statt. „Wo bleibt da die Exklusivität?“ fragt Lorenz von Meiss berechtigterweise in seinem Kommentar im Tages-Anzeiger vom 1. September 2012 und plädiert für eine Reduktion auf ein paar wenige grosse, dafür qualifizierte, Filmfestivals wie z.B. das Festival del film in Locarno. Dem gegenüber stellt er die Emmentaler Filmtage, stellvertretend für alle kleineren Festivals, welche nur wenig bedeutsame Filme zeigten und sich weder für das Publikum noch die Filmschaffenden als befriedigend erweisen könnten.
Da stellt sich die Frage, was eine Kulturlandschaft bereichert. Ist eine Vielfalt von Veranstaltungen, jede mit einem individuellen Konzept und anderem Schwerpunkt nicht ein Plus für die Schweiz? Ist grösser wirklich immer auch besser? Das Emmental mag nicht das kulturelle Zentrum der Schweiz sein, doch unser Programm zeigt professionelles Kurzfilmschaffen aus der ganzen Welt. Kurzfilme, welche sehr oft auch an internationalen Festivals zu sehen sind.
Wir sind stolz darauf, zu den Kleinen zu gehören. Wir können unseren Besuchern eine familiäre Atmosphäre bieten, wo man in der Festivalzentrale gemütlich zusammensitzt und sich mit den anwesenden Filmschaffenden über das Gesehene austauscht. Bei uns gibt es keinen roten Teppich, keinen VIP-Bereich und keine Preisverleihung. Jeder Besucher soll sich sein eigenes Programm zusammenstellen können und für sich entscheiden, welcher Film am besten gefällt. Die Kollekte, welche zu gleichen Teilen an alle Filmschaffenden geht, soll deren Leistungen denn auch gleichwertig honorieren.
Wir plädieren für Vielfalt in der Schweizer Festivallandschaft und laden Herrn von Meiss herzlich ein, die Emmentaler Filmtagen zu besuchen und in die Welt der kleinen Festivals einzutauchen.